FELDENKRAIs - Lernen

Die Art des Lernens nach dem Verständnis von Feldenkrais orientiert sich am sinnes- und experimentierfrohen Lernen und Verstehen von Babys und Kindern und steht jedem Menschen zur Verfügung. Inspiriert wird dieses Lernen durch Neugier, Lust, Erstaunen, Freude an Überraschungen und dem Bedürfnis, sich mitzuteilen.

 

"Unsere Vorstellung vom Altwerden bewirkt, dass wir unsere Lern-und

Entwicklungsfähigkeit verlieren."

(M. Feldenkrais)

 

Dagegen ist für M. Feldenkrais auch im fortgeschrittenen Alter Lernen möglich. Um als Erwachsener in diesem Sinne weiterzulernen, muss man bereit sein, sich selbst, die eigenen Vorstellungen eingeschlossen, beobachtend in Frage zu stellen.

 

"Wir brauchen die Bewusstheit als Verbündeten in dieser selbsterkennenden Arbeit."

(M. Feldenkrais)

 

Eine Bewegung wird nicht von außen bewertet, belohnt etc. Die Absicht ist, sich beim Bewegen weg von der Leistung und hin zu der Entdeckung zu verlagern. Eine der schädlichsten Motivationen, die in vielen von uns unerkannt fortbesteht, ist die Sehnsucht nach Zustimmung, Beifall und Billigung.

 

Der Mensch kann nicht richtig funktionieren, wenn er sich unbeweglich verhält wie ein Fels. Menschen, die in statischen Begriffen denken, interpretieren die offensichtlichen Abweichungen an ihrem Körperbau als die Ursachen ihres Leidens ("Wenn der Rücken kein Hohlkreuz hätte, dann..."). Diese Menschen ahmen nur eine allgemein akzeptierte Haltung nach und sind ratlos, wenn der Körper diese Korrektur nicht oder höchstens für kurze Zeit annehmen will. Wer die unbewegte, statische Struktur als Vorbild für Korrektur nimmt, wird enttäuscht werden.

 

"Wenn sie daran denken wie sie stehen, suchen sie immer nur danach, was daran fehlerhaft sein könnte. Wissen sie, was mit ihren zwischenmenschlichen Beziehungen passiert, wenn Krittelei ihre geistige Grundhaltung ist?"

(M. Feldenkrais)

 

Die Feldenkrais-Methode versteht sich als ein Prozess, bei dem man lernt, "Fallen" in verschiedensten Situationen zu erkennen und zu umgehen. Sobald man sich seiner erweiterten Möglichkeiten bewusst ist, verliert die psychologische Barriere ihre Wirkung.

 

“Lernen ist gesünder, als Patient zu sein. Es ist kein Ding, sondern ein Prozess. Prozesse aber gehen gut, wenn es viele Wege gibt, sie zu beeinflussen. Um das zu tun, was wir möchten brauchen wir mehr Wege als nur einen, den wir kennen — mag er auch an sich ein guter Weg sein. Dieses organische Lernen ist langsam und kümmert sich nicht um die Bewertung etwaiger Ergebnisse als gut oder schlecht. Es wird gelenkt einzig von dem Gefühl der Befriedigung, das sich einstellt, wenn jeder neue Versuch als weniger ungeschickt empfunden wird als der vorangegangene."

(M. Feldenkrais)

 

Man verspürt nicht nur das Gefühl größerer Freiheit,sondern auch die Würde, Herr seines Tuns zu sein, das Leben nach seinem Wunsch gestalten zu können. Die Horizonte, die diese Methode eröffnet, erweitern sich, sobald man sich ihnen nähert.

 

"Wenn man nicht bewusst Fehler machen kann, kann man unmöglich lernen. Nur wenn sie wissen, was sie tun, können sie tun, was sie wollen. Sonst handelt man wie ein Computer, der einmal programmiert keine Wahl hat. Wir aber können uns selbst programmieren und beliebig umprogrammieren, wenn wir es einmal gemerkt haben."

(M. Feldenkrais)

 

Gerichtete Aufmerksamkeit mit dem Fokus auf kinästhetischer Empfindung ist das bedeutsamste Kriterium für effektives Lernen. Ein Feldenkrais-Pädagoge versteht sich dabei als Vermittler innerhalb des Lern- und Entwicklungsprozesses und nicht als "Reparierer".

 

"Ich höre und vergesse,

ich sehe und erinnere mich,

ich tue und verstehe.”

(M. Feldenkrais)

 

Erfahren Sie mehr über: Bewegung - Haltung